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„Ich spiele ganz gern“, bekennt Michael Kassner (41). Das meint
er weniger im Sinne von etwas riskieren – er passt sich
damit lediglich seiner Umgebung an. Denn zum
Pressegespräch ist er am Wolfskehler Bürgerhaus
verabredet, sitzt in der Sonne auf einer Bank am
Spielplatz vor dem Kindergarten.
Er sei allerdings ganz froh, dass er mittlerweile einen
Sohn habe, räumt der Bürgermeisterkandidat der WIR ein.
„Früher, mit meinen Töchtern, musste ich immer mit
Puppen spielen.“ Jetzt stünden auch mal Autos oder
Indianer auf dem Themenplan. Für den Junior hat er sogar
ein halbes Jahr Erziehungsurlaub genommen: „Das war sehr
schön – aber auch anstrengend.“ Über Ostern hat er mit
der ganzen Familie seinen Spieltrieb ausleben können:
Ein paar Tage habe er im Playmobilpark Zirndorf (bei
Nürnberg) Urlaub gemacht.
Kassner lebt mit seiner Familie – Ehefrau Muriel, die im
Informatikbereich arbeitet, und den Kindern Michelle
(12), Monique (9) und Maximilian (5) – in Kastellaun bei
Koblenz. 1996 hat die Familie sich ein
„Fertigausbauhaus“ zugelegt. „Da habe ich viel selbst
drin gemacht, gemeinsam mit meinem Schwiegervater.“
Neben Beruf und Bürgermeisterkandidatur in Riedstadt
findet er für solche Arbeiten derzeit aber kaum noch
Gelegenheit. „Was an Zeit noch bleibt, gehört der
Familie.“ Auch den beiden Hasen, die durch den Haushalt
hoppeln. Für die sorgen die beiden Töchter. „So lernen
sie, Verantwortung zu übernehmen.“
Familienzeit ist für Kassner meist morgens. Spätestens
um sechs klingelt für den Betriebswirt der Wecker. Er
holt dann die beiden Mädchen aus den Federn, bringt sie
nach dem Frühstück zum Bus, der sie am Gymnasium
abliefert, und weckt anschließend den Sohn, der noch in
den Kindergarten geht.
Um 11 Uhr beginnt sein Arbeitstag als Ausbilder für
Bürokaufleute bei einem überbetrieblichen
Bildungsträger. Kassner selbst ist gelernter
Bürokaufmann, hat einige Jahre als
Verwaltungsangestellter bei einer Finanzbehörde
gearbeitet und berufsbegleitend Betriebswirtschaft
studiert. Und er hat festgestellt: „Gerade in vielen so
genannten höheren Berufen haben die Leute Probleme mit
Zahlen, speziell in Sachen Buchungswesen.“
Michael Kassners Hobby ist der Sport. Früher mal war es
Karate. „Aber viel lieber spiele ich Fußball.“
Regelmäßig tritt er noch mit der zweiten Mannschaft
seines Vereins in der C-Klasse an: „Da bin ich
mindestens der zweitbeste Torschütze.“ Manchmal helfe er
auch der ersten Mannschaft in der B-Liga aus. Außerdem,
betont er, habe er den Übungsleiterschein und die
Trainerlizenz B. Daneben läuft er gelegentlich.
Musikalisch ist der Kandidat aber auch: Knapp sieben
Jahre lang spielte er im Posaunenchor Trompete. Die
Töchter haben diese Begabung geerbt: die ältere spielte
bis vor kurzem noch Geige, die jüngere übt eifrig am
Keyboard. Und beide Mädels, so der stolze Papa, sind gut
im Schach.
Was er nicht mag? „Ich kann zwar ganz gut mal fünfe
gerade sein lassen. Aber etwas Neues anfangen und dann
gleich wieder zur nächsten Baustelle wechseln, das mag
ich nicht. Allerdings sollte man glücklich sein mit dem,
was man macht.“ |